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Recruiting international

Builtech Group wirbt erfolgreich Fachkräfte in Albanien an

, Text von Patrick Ossen

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist in vielen Berufen spürbar. Besonders betroffen: Das Baugewerbe. Auch bei der Builtech Group macht man sich Gedanken, wie offene Stellen mit kompetenten und motivierten Mitarbeitern besetzt werden können. Längst schaut man sich dafür nicht nur auf dem deutschen Arbeitsmarkt um. So veranstaltete die Builtech Group ein Assessment Center in Tirana, der Hauptstadt Albaniens – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Ob im Gesundheitswesen, der öffentlichen Verwaltung oder der Industrie: Kaum eine Branche in Deutschland, die nicht betroffen ist vom Fachkräftemangel. Mit mehr als 88.000 offenen Stellen steht das Baugewerbe auf dem traurigen zweiten Platz in der Fachkräftemangel-Tabelle. Dort werden laut Berichten des Instituts der deutschen Wirtschaft besonders dringend Bauelektriker (10.496 offene Stellen) und SHK-Fachkräfte (8.648) gesucht.

Ursachen und Folgen des Fachkräftemangels

Hauptursache für den Fachkräftemangel ist der demografische Wandel. Derzeit gehen die geburtenstarken Jahrgänge der ‚Baby Boomer‘ in Rente. Gleichzeitig fehlt es an ausreichend Nachwuchs. Einerseits, weil es weniger junge Menschen gibt. Andererseits, weil sich viele von ihnen nach der Schule für ein Studium statt für eine Ausbildung entscheiden. Für das Ausbildungsjahr 2024/2025 lag die Zahl der Auszubildenden im Baugewerbe bei nur noch knapp über 36.000. Die Folgen für viele Unternehmen: Verzögerungen und steigende Kosten bei Bauprojekten, zusätzliche Belastungen für bestehende Belegschaften, schwächelnde Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.

Herausforderungen, mit denen auch die Builtech Group konfrontiert ist: „Zwischenzeitlich waren wir bei etwa 140 offenen Stellen in den Unternehmen, sowohl gewerblich als auch kaufmännisch, von der ausgebildeten Fachkraft bis hin zum Projektleiter“, beschreibt Katharina Reinbacher, HR Project Lead bei der Builtech Group, die Situation. Und es wird merklich schwieriger, geeignete Leute für sich zu gewinnen: „Man muss sichtbar und schnell sein, zur richtigen Zeit am richtigen Ort – am besten mit dem fertigen Arbeitsvertrag in der Hand“, so Frau Reinbacher.

Portrait von Katharina Reinbacher, Project Lead im Bereich Human Resources bei der Builtech Group

 

„Man muss sichtbar und schnell sein – am besten mit dem fertigen Arbeitsvertrag in der Hand.“

Katharina Reinbacher

HR Project Lead, Builtech Group

Assessment Center: Deshalb fiel die Wahl auf Tirana

Auf der Suche nach einem ‚richtigen Ort‘ schaute man sich zunächst offen und weltweit nach geeigneten Ländern für Recruiting-Maßnahmen um. Und landete schließlich bei Albanien. Zum einen sind hier dank der ‚Westbalkanregelung‘ die Hürden für den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt relativ gering. Zum anderen gab es bereits positive Vorerfahrungen mit Fachkräften aus dem Balkan-Staat innerhalb der Builtech Group. Etwa bei der in der Nähe von Zürich ansässigen Emi AG Gebäudetechnik. Das schweizer Builtech Unternehmen beschäftigt schon seit längerer Zeit erfolgreich Mitarbeiter, die aus Albanien stammen. So konnte Geschäftsführer Qahil Emini im Vorfeld des Recruiting Events mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem war er Teil eines vierköpfigen Teams, das sich Mite 2025 auf den Weg nach Tirana machte. Neben Herrn Emini waren auch Daniel Gilbert, Personalleiter bei der Schlau Elektrotechnik GmbH sowie Michael Kitschke, Regional Operations Manager und eben Katharina Reinbacher, beide von der Builtech Group mit dabei.

Vor Ort veranstalteten das Team in Tirana ein ganztägiges Assessment Center. Bereits im Vorfeld hatte von Deutschland aus ein Screening erster Bewerbungen stattgefunden, inklusive erster Qualifikations- und Sprachtests. Nun lernte man vor Ort insgesamt 19 potenzielle Mitarbeiter persönlich kennen. Im Fokus standen dabei vor allem zwei Aspekte. Zum einen sollte den Bewerbern ein möglichst konkretes Bild von der Arbeit in Deutschland und bei der Builtech Group vermittelt werden. Zum anderen war dem Team wichtig, einen seriösen und verlässlichen Eindruck zu vermitteln. Leider gibt es in diesem Umfeld auch ‚schwarze Schafe‘, die Menschen gegen Geld und unter falschen Versprechen anlocken und dann im Stich lassen.

Builtech Group überzeugt – mit Transparenz und Ehrlichkeit

Umso wichtiger war Frau Reinbacher deshalb ein ehrlicher Auftritt. „Wir wollten authentisch nahbar sein. Deshalb hatten wir nicht nur Werkzeug und Arbeitskleidung, sondern auch eine klare Perspektive für die Bewerber im Gepäck. Wir konnten berufliche Aussichten und die Vorteile einer Beschäftigung bei einer großen Gruppe wie der Builtech Group aufzeigen. Außerdem haben wir für den Umzug nach Deutschland und die damit verbundene Bürokratie ein ‚Rundum-sorglos-Paket‘ geschnürt.“ Überzeugende Argumente, neben dem persönlichen Kontakt. Besonders, weil sich die Lohnniveaus zwischen Deutschland und Albanien in diesem Bereich nicht stark voneinander unterscheiden. So schaffte das vierköpfige Team mit vor Ort eine angenehme Atmosphäre zum Kennenlernen, an deren Ende immerhin acht unterschriebene Arbeitsverträge standen. „Eine Quote, mit der wir sehr zufrieden sind“, so Katharina Reinbacher. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen in Albanien sind künftig weitere Assessment Center für die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland geplant, unter anderem in der Türkei. In der Zwischenzeit haben zwei in Tirana angeworbene Elektriker ihre Karrieren bei der Builtech Group gestartet. Einer bei der in Lemgo ansässigen Schlau Elektrotechnik GmbH und einer bei der Brasst Elektrotechnik GmbH in Berlin. Letzterem gefällt es dort so gut, dass er kurzerhand einen Freund von einer Bewerbung bei Brasst überzeugen konnte. Mit Erfolg: Auf ein virtuelles Bewerbungsgespräch mit dem Projektleiter folgte die spontane Zusage an den befreundeten Elektriker. Der Visaprozess ist bereits gestartet und sein Einstieg bei der Builtech Group für Mai 2026 geplant. 

Fazit

Wo qualifizierte Fachkräfte rar sind, sind nicht nur Schnelligkeit und Kreativität gefragt. Auch ein transparentes und ehrliches Auftreten mit klaren Botschaften und Perspektiven sind essenziell, wenn man offene Stellen langfristig mit zufriedenen Mitarbeitern besetzen möchte. Die Builtech Group hat die ersten Schritte dafür erfolgreich gemacht und man darf gespannt sein, wie sich die ersten neuen Kollegen im Unternehmen und in Deutschland entwickeln.

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Patrick Ossen

Patrick Ossen

Patrick ist begeisterter Heimwerker und schwingt gerne Wasserwaage, Handsäge und Bohrhammer. Am liebsten feilt er mit der Satzbaumaschine an Texten, bis sie rund sind.